Mauerbau – Klasse 10A

Klasse 10a: „Wir haben die Absicht eine Mauer zu bauen!“

Ab der 6.Jahrgangsstufe beschäftigen sich die Schüler und Schülerinnen an der Realschule mit den Ereignissen der Vergangenheit. Viele Themen begeistern die Kinder und neugierig erkunden sie das dunkle Mittelalter, gehen auf Reisen mit Kolumbus oder begleiten Napoleon in seinen Schlachten. Oft kann ein Bezug zur eigenen Lebenswelt hergestellt werden, denn vor allem aus der Geschichte lernen ist ein zentraler Aspekt.

Doch hierbei geht es nicht nur um das Pauken von Daten, Fakten und Zahlen, sondern auch das Nachempfinden, Hineinversetzen und Verstehen der Zusammenhänge spielt eine große Rolle. Wie hätte ich mich gefühlt oder wie hätte ich mich verhalten? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Kinder im Unterricht und versuchen durch unterschiedliche Methoden einen Bezug herstellen zu können.

Der Geschichtsunterricht in der 10. Jahrgangsstufe beginnt thematisch im Jahr 1945. Schon bald stoßen die Schülerinnen und Schüler auf den Satz von Walter Ulbricht „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“ und müssen feststellen, dass sich plötzlich über Nacht das Leben vieler Menschen verändert hat, denn die Trennung von Ost und West war vollzogen.

Wie war dies möglich und vor allem was sollte in den nächsten Jahren auf die Menschen zukommen? Um diese beiden Fragen beantworten zu können, startet die 10a das Projekt „Mauerbau“. Nach der Recherche zu Aufbau und Entwicklung der Mauer ab 1961 beginnen die Schüler und Schülerinnen mit dem Bau ihrer Modelle. Styropor, Karton, Holz, Steine, Draht und sogar Katzenstreu und Klopapierrollen kommen zum Einsatz. Es wird geklebt, gemalt, gebastelt, geschnitten und sogar zu Hause gebohrt, geschraubt und die Werkstatt leergeräumt. Schnell nehmen die Kunstwerke Form an und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Ein Gespräch zwischen den genervten Enkeln mit dem Handy in der Hand und dem Großvater mit der Zeitung von damals, der die Ereignisse zum wiederholten Male erzählt, zeigt am Ende, dass die „Künstler“ verstanden haben, dass es nicht nur um die Höhe und die Länge der Mauer geht, sondern um die damit verbundenen Schicksale.

Manuela Wünschl

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