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Kultur pur!

Kulturtag an der Dreiflüsse-Realschule Passau geht in die zweite Runde – Ein Schultag voller Kunst, Musik und Kreativität: Beim zweiten Kulturtag der Dreiflüsse-Realschule verwandelte sich das gesamte Schulhaus in eine große Bühne für kulturelle Begegnungen. Ein eigens für diesen Tag gestalteter, kulturell geprägter Stundenplan führte die Schülerinnen und Schüler quer durch alle Künste. Die Lehrkräfte stellten – teils in Kooperation mit externen Partnern – ein vielseitiges Programm zusammen, das in jedem Winkel der Schule „Kultur pur“ erlebbar machte. Ein Höhepunkt war der Workshop der in Tiefenbach lebenden Malerin Susanna Schorr, die Jugendliche in die Technik des Malens mit Acrylfarben einführte. Im Schulgarten entstand auf Initiative des Wahlfachs „Offenes Atelier“ gemeinsam mit Künstler Sebastian Fürst ein beeindruckendes Graffiti, das als sichtbare und wunderschöne Erinnerung an den Kulturtag bleibt. Unter dem Motto „Art meets Music“ verband ein weiterer Workshop Bildende Kunst und Musik. Die Idee dazu stammt von Musikpädagogin und Blockflötistin Heidrun Pontz. Der Kulturpreisträger des Landkreises Freyung-Grafenau, Lothar Blitz, präsentierte eine Keramikarbeit – eine menschliche Figur auf einem Segelboot – und regte mithilfe des Leitsatzes „Nicht der Wind bestimmt den Kurs, sondern der Steuermann!“ zum Nachdenken über eigene Handlungsspielräume im Alltag an. Mit Graphitstiften hielten die Schülerinnen und Schüler Licht- und Schattenseiten des menschlichen Daseins künstlerisch fest. Musikalisch griff die Städtische Musikschule Passau das Segelboot-Thema auf: Unter der Leitung von Katharina Heide erklangen „An der schönen blauen Donau“ auf Tischharfen und Gitarre, Gesangslehrer Joachim Roth interpretierte das schwedische Lied „Vem kan segla förutan vind“, und Klavierlehrerin Petra Teibrich spielte „Daydreams“. Anschließend musizierten alle gemeinsam „What shall we do with the drunken sailor“. Mit einer Referenzkomposition zum „Drunken Sailor“ zeigte Barbara Blumenstingl, welche musikalischen Elemente wiederzuerkennen sind. Den Schlusspunkt setzte ein Vivaldi-Konzert, virtuos auf der Blockflöte vorgetragen von Inge Reinelt und Heidrun Pontz.

Dass der eigene Körper ein wertvolles Musikinstrument ist und die Trommel nicht zum Abreagieren dient, erfuhren die Teilnehmenden im Drum Circle von Stefan Spatz. Bei Elternbeirätin und Volksmusikpflegerin der Stadt Passau, Kathi Gruber, sprang der Funke beim gemeinsamen Singen und Schuhplatteln schnell über. Für Entspannung sorgte die „Klangzeit“ mit Diana Wimmer, die verschiedenste Klangschalen in die Neuburger Straße mitbrachte.

Auch das weitere Angebot ließ keine Wünsche offen: „Staunen & Schreiben – Storytelling statt Scrollen“ hieß es bei Ingrid Kölbl, während mit Martina Gallinger Schlüsselanhänger in Makramee-Technik geknüpft wurden. Die Frage „Mitläufer oder Macher?“ setzten die Workshopteilnehmenden mit Daniela Holler-Hartmann von der Athanor-Akademie theatral um; bei Alexandra Ulrich stand Italienisch auf dem Programm. Ergänzend dazu gab es Workshops zur Schmuckherstellung, zu Laubsägearbeiten, zu Canva, zur Greenscreen-Technik, zum Handlettering, zum Schafkopfen, zum Hip Hop Tanzen, zum Gestalten von Gothic Novels, zum Basteln von Handpuppen sowie zur Gestaltung von Taschen. Einblicke in Themen wie „Konsumkultur“, “Kreativ mit KI” und „Deutschland und seine östlichen Nachbarn“ erweiterten den Horizont.

Besondere Eigeninitiative bewiesen die Kulturlotsinnen der Schule: Sie entwickelten für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler einen Workshop, in dem mit Miniaturfiguren kurze Filme produziert wurden – der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Die Wertebotschafter wiederum zeigten mit dem interaktiven Serious Game „Deine Stimme“, wie wichtig Wahlen für die Demokratie sind, wie man Medieninhalte kritisch hinterfragt und Falschinformationen entlarvt.

Auch Alltagskompetenzen kamen nicht zu kurz: Beim Kochen und im Schulgarten sammelten die Kinder praktische Erfahrungen. Gemeinschafts- und Brettspiele sowie sportliche Angebote – von Bewegungskünsten über Klettern bis zum Eisstockschießen – rundeten den Vormittag ab. Am Ende stand ein deutliches Fazit: Der Kulturtag bot nicht nur Abwechslung vom Regelunterricht, sondern eröffnete neue Perspektiven – und half vielen, bislang unentdeckte Interessen und Talente zu finden.

Martina Raab