Lehrkräfte bilden sich zum Thema „Die Kunst der Demokratie“ fort – Wie lässt sich ein respektvolles Miteinander im Klassenzimmer festigen, wenn gesellschaftliche Debatten hitziger werden? Unter dem Titel „Die Kunst der Demokratie“ widmeten sich Lehrerinnen und Lehrer der Dreiflüsse-Realschule Passau sowie Kollegen des Sonderpädagogischen Förderzentrums Viechtachs in einer intensiven Tagesfortbildung der Stärkung demokratischer Werte und der gewaltfreien Kommunikation (GFK). Möglich gemacht werden konnte diese Fortbildung, da beide Schulen am Programm der Kulturschulen in Staffel II teilnehmen.
Der Referent Marc-Oliver Krampe, zertifizierter Demokratie-Trainer und seit 2021 Programmleiter der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, schlug gekonnt die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Der Referent betonte gleich zu Beginn, dass man Demokratie immer wieder neu lernen muss und sie nicht einfach vom Himmel fällt. Er zeigte auf, wie demokratische Prozesse im Schulalltag nicht nur gelehrt, sondern aktiv gelebt werden können. Dabei wurde deutlich, dass Demokratie weit mehr als eine Regierungsform ist – sie beginnt beim Zuhören und dem Aushalten anderer Meinungen. Wobei Empathie und Eigenverantwortung hier eine große Rolle spielen.
Besonders lebendig wurde es in den Praxisphasen. Bei gemeinsamen Übungen und dem Ausführen gestellter Aufgaben in Kleingruppen übten die Pädagogen, Konflikte ohne Schuldzuweisungen zu klären. Man versuchte eigene Bedürfnisse zu erkennen und klar zu benennen und Empathie für die Sichtweise anderer zu entwickeln. Die Übungen zeigten, wie kleine Nuancen in der Sprache eine Eskalation verhindern können. Die Teilnehmer zeigten sich durch den gewinnbringenden Tag sehr motiviert, die neu erworbenen Werkzeuge in den Unterricht einfließen zu lassen, um die Schule als einen Ort des sicheren und wertschätzenden Austauschs zu festigen.
Tamara Leidl


