Immer mehr Kinder besitzen ein eigenes Smartphone, laden sich Apps wie TikTok, Instagram oder WhatsApp herunter und bewegen sich damit schon in der Grundschule in einer digitalen Welt, die nicht nur faszinierend, sondern auch voller Gefahren sein kann, weil sie oft nicht erkennen, was sich wirklich hinter einem Profil verbirgt oder was mit einem scheinbar harmlosen Foto im Netz passieren kann. Umso wichtiger ist eine altersgerechte und ehrliche Aufklärung, die nicht von oben herab erfolgt, sondern von Jugendlichen kommt, die selbst wissen, wie verlockend ein Urlaubs-Post oder ein neuer Follower sein kann. Im Frühjahr machten sich daher vier engagierte Schüler der Dreiflüsse-Realschule, Lina, Lisa, Philipp und Tristan, auf den Weg nach München, um am sogenannten Medienscout-Tag beim Bayerischen Rundfunk teilzunehmen, wo sie an Workshops teilnahmen, diskutierten, Eindrücke sammelten und schließlich mit einer Idee zurück nach Passau kamen, die noch vor den Sommerferien Realität wurde. Besonders Lina, die die Notwendigkeit einer präventiven Aufklärung erkannte, sprach sich im Anschluss an die Fortbildung mit der Schulleiterin Marion Katzbichler, Marc-Andree Hennekes und Susanne Riederer ab, entwickelte zusammen mit den anderen Media Coaches der 9d, Lisa, Hana und Emma, ein eigenes Workshop-Konzept für die fünften Klassen und plante dieses mit großer Eigenverantwortung bis ins Detail. Ziel war es, nicht mit erhobenem Zeigefinger zu belehren, sondern über Fragen, Rollenspiele und reale Fallbeispiele zu belehren, sondern anzuregen, weshalb die Mädchen dafür entschieden, einen möglichst authentischen Fake-Chat zu erstellen, der auf die fünften Klassen zugeschnitten war. So konnten die Kinder in einem ungefährlichen Rahmen selbst herausfiltern, an welchen Stellen es grenzwertig wird oder wie leicht sich ein Fremder als netter Gleichaltriger ausgeben kann.
PNP

