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Schiedsrichter in Ausbildung

26 Kursteilnehmer von Dreiflüsse-Realschule und Auersperg-Gymnasium

Zu Fußball-Schiedsrichtern wurden die jugendlichen Kursteilnehmer ausgebildet.

Foto: Tim Fischer

Von Mina Zöls.

Notenschluss, die Sommerferien stehen bevor, doch bei den Schülerinnen und Schülern der Dreiflüsse-Realschule und des Auersperg-Gymnasiums Freudenhain wurde gepaukt, dass die Köpfe rauchen – denn sie haben ein Ziel, sie wollen die Prüfung zum Schiedsrichter bestehen.

26 Jugendliche zwischen der siebten und zehnten Klasse lernten die genauen Regeln des Fußballs kennen. Auch die Schiedsrichtersignale müssen sie beherrschen. Doch was treibt sie dabei an? „Eine gerechte Spielweise ist mir wichtig und das ist auf jeden Fall ein Grund, warum ich die Ausbildung zum Schiedsrichter mache“, erzählt Hans (16).

Alle berichten, wie viel Spaß man dabei hat, ein Spiel zu pfeifen. Und natürlich freuen sie sich auch darauf, ein wenig Geld mit der Aufgabe zu verdienen, die ihnen so viel Freude bereitet. Doch einem Teilnehmer fällt noch ein anderer Aspekt ein, der für ihn eine Rolle spielt: „Als Schiedsrichter pflegt man gute soziale Kontakte. Man lernt viele Menschen kennen und hat dadurch bestimmt auch Vorteile in Bereichen wie der Suche nach einem Job oder Praktikum. Ich will das auf jeden Fall auch in Zukunft machen und Fußballspiele pfeifen. Außerdem bringt mich das Wissen zu den Regeln auch als Fußballspieler weiter“, sagt Leopold (14).

Jedoch gestehen die Jugendlichen, sie hätten ein wenig Angst einen Fehler zu machen und in einem Spiel falsch zu pfeifen. Der 14-jährige Eric erklärt, dass man als Schiedsrichter geistig sehr stabil sein muss und Durchsetzungsvermögen braucht, da es immer Menschen gibt, die mit einer Entscheidung nicht zufrieden sind. Doch auch er freut sich auf die Herausforderung.

Wenn sie die Prüfung geschafft haben, gehören sie zur Schiedsrichtergruppe Passau, von der sie dann Spiele zugeteilt bekommen, bei denen sie ihr Talent zeigen können. Erst dürfen sie nur Gruppen bis zur D-Jugend pfeifen, wenn sie sehr gut sind manchmal auch bis zur C-Jugend. Wenn sie bei wichtigeren Spielen Schiedsrichter sein wollen, gemeint sind Mannschaften mit älteren Spielern oder in einer höheren Liga, müssen sie das bei der Schiedsrichtergruppe in Passau melden und bekommen dann einen Beobachter zugeteilt, der ihr Können bewerten soll und einschätzen muss, ob der Schiedsrichter bereit dafür ist, wichtigere Spiele zu pfeifen. Die Schiedsrichterin und Ausbildungsleiterin Clara Fritz, die den Jungen und Mädchen am Prüfungstag noch einige Regeln erklärt, pfeift sogar schon die Bezirksliga, denn sie hat die Ausbildung schon im Jahr 2020 gemacht und sich weitergebildet.

Wie kam es dazu, dass Schülerinnen und Schüler das Angebot bekommen haben, eine Schiedsrichterausbildung zu absolvieren? Daniel Brandstetter, Lehrer an der Dreiflüsse-Realschule, verweist auf einen Kontakt zu Dr. Simon Leebmann, Schiedsrichter-Gruppenobmann des Bayerischen Fußball-Verbands. Brandstetter machte eine Umfrage und schon in den ersten zwei Tagen meldeten sich 36 Schülerinnen und Schüler. Damit startete das Projekt 2023. Im Jahr darauf entstand eine Kooperation mit dem Gymnasium Freudenhain. „Wir würden auch gerne noch an deren Schulen die Möglichkeit geben teilzunehmen“, sagt Brandstetter.

Die Mitorganisatorin des Auersperg-Gymnasiums Jacqueline Tietze erklärt, dass die Ausgebildeten eine große Unterstützung für den Arbeitskreis bei den Stadtmeisterschaften und auch bei Schulwettkämpfen sind. In den letzten Jahren bekamen sie viel Zuwachs, dafür sind bestimmt auch einige Vorteile für Schiedsrichter verantwortlich. Denn mit einem gültigen Schiedsrichterausweis hat man bei jedem Fußballspiel im DFB-Gebiet kostenlosen Eintritt. Sogar bei den Bundesligaspielen müssen sie nichts für ein Ticket bezahlen. Die Kontingente sind jedoch begrenzt, deshalb ist das Verfahren je nach Verein unterschiedlich. Vielleicht motiviert das noch weitere Jugendliche Schiedsrichter zu werden.

PNP