Theaterabend 2019

Johanna, die Tapfere und ein Spaziergang durch Paris
Zweiteiliger Theaterabend an der Dreiflüsse-Realschule Passau

Flanieren durch Paris, begleitet von der Musik George Gershwins, dazu luden die Schüler und Schülerinnen der Talentklasse aus der 5. Jahrgangsstufe der Dreiflüsse-Realschule im ersten Teil des Theaterabends ein. Im Schattentheater entführten sie die zahlreichen Besucher in ihrem ersten Auftritt auf der Bühne in die Weltstadt Paris mit ihren vielen Attraktionen. Der heitere Spaziergang zeigte in abwechslungsreichen Bildern das Savoir vivre der Franzosen im Restaurant, im Louvre, im Varieté Moulin Rouge mit Schwertschluckern und Schlangenbeschwörern. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Zum romantischen Tête-à-Tête werden Froschschenkel serviert und der Abschied von Paris fällt den Schattengestalten sichtlich schwer.

Mit dem Stück „Die grandiosen Abenteuer der tapferen Johanna Holzschwert“ von M. Bang, M. Schramm und S. Zieser blieb der Abend thematisch teilweise in Frankreich. Die Theatergruppe, bestehend aus Schülerinnen und Schülern aller Jahrgangsstufen, zeigt mit Spielleiterin Martina Raab regelmäßig am Schuljahresende ein abendfüllendes, anspruchsvolles Stück. Johanna Holzschwert zog die Zuschauer schnell in ihren Bann. 10 Spieler in wechselnden Rollen beeindruckten durch intensives Spiel und äußerst präzise Gestaltung.

Johanna (Barbara Cihula,10 d) ist anders. Sie liebt Bücher und träumt sich aus der ungeliebten Realität ins Mittelalter. Die Familie schaut lieber in die Handys als auf die Probleme von Johanna. Chorisch wird ihre Situation im Stil des epischen Theaters vorgestellt. Es wird erzählt, dass Johanna, gemobbt auf dem Pausenhof von ihren Mitschülerinnen (Zaklina Karic,7d, Fruzsina Pelikan,7d, Ramona Raab,6a, und Liana Gigul,5c) in Gegenwehr ein wertvolles Handy kaputt haut und mit einem blauen Brief nach Hause gehen muss. Statt sich mit den Eltern (Arian Idrizi,7c und Lena Palasti,7d) auseinanderzusetzen, flüchtet sie in den Zoo, wo ihr allerhand Getier über den Weg läuft. Die Affen, die Löwen, die Giraffen, in reduzierter, verblüffend einfacher akrobatischer Gestaltung dargestellt, können ihr nicht helfen. Schließlich trifft sie die drei Erdmännchen, gespielt mit viel komödiantischem Talent (Arian Idrizi,7c, Pavel Khalid-Gaffur,7c und Marcel Weishäupl,8c), die ihr die Aufgabe stellen, Frankreich von den Engländern für den französischen Dauphin zurückzugewinnen. Und nun vermischen sich die Spiel- und Zeitebenen. Johanna bricht auf. Eine Mülltonne dient ihr als Schlachtross und die Zuschauer zweifeln keine Sekunde an der Sendung Johannas, so überzeugend gestaltet Barbara Cihula den Parforceritt nach Frankreich, mit einem Regenschirm als Schwert in der Hand. Sie kann schließlich die Franzosen überwältigen, aber ein gelungener Schluss ist das nicht. Keine der vom Erzähler angebotenen Lösungen stellt zufrieden, bis sich endlich Johanna mit ihren Eltern ausspricht, ihr Bruder Bertrand (Julian Schauberger,7d) hilft ihr dabei. So wird sie sich schließlich ihrer Stärken bewusst. „Zwei Mülltonnen, vier Papiereimer, ein Tisch, vier Stühle, viele Handys, genau ein Buch und ein Brief“, so beschrieb Spielleiterin Martina Raab vorher die Ausstattung. Und genau das funktionierte auf verblüffende Weise und zeigte die Faszination der Figur „Jeanne d`Arc“. So muss modernes Schultheater aussehen. Zwei Original-Schiller Monologe wurden gekonnt zitiert und die rasanten Szenenwechsel, die bilderbetonte Inszenierung samt der stimmungsvollen Lichtregie (Finn Cuypers und Philipp Gortan,8a,) erzeugten eine Bilderflut, über die der Zuschauer, was die präzise Abfolge betraf, nur staunen konnte. Die Kinder der Talentklasse kamen am Schluss als Soldaten nochmals zum Einsatz.

Mit Recht dankte Schulleiter Andreas Schaffhauer am Schluss seinen Akteuren auf das herzlichste. Auch bei Rosa Hansbauer, die Rektorin von St. Anton bedankte er sich für die Überlassung der Turnhalle. Als gern gesehene Gäste konnte er Sissi Geyer von der Stadt Passau und seine drei Vorgänger im Amt, Erwin Kronschnabl, Lothar Öttl und Werner Mixa sowie Vertreter des Elternbeirats, des Fördervereins und der Sparkasse Passau begrüßen.

G. Brunnbauer

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